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Sozialpolitik in Indien? Die wandelnde Rolle der Frau aus Sicht einer religiösen und traditionell geprägten Gesellschaft.

Veröffentlicht am 27.03.2014

Hintergrundanalyse von Gökcan Göksu

 

„Why is India so bad for women?“, „Tecavüzcü vekile meydan dayağı”, „La menstruación sigue siendo un tabú en la India”,  „Eine Frau wehrt sich“.[1] Fragen und Ausführungen über die größte Demokratie der Welt, die derzeit immer regelmäßig für Schlagzeilen sorgen und automatisch dazu beitragen Indien in den Vordergrund westlicher Medien zu rücken. Unvermeidlich zwingen sich Fragen auf, inwieweit ein Land, als die größte Demokratie bezeichnet werden kann, wenn zugleich gravierende Probleme in Bezug zur Stellung der Frau vorliegen. Inwiefern decken sich Würde oder Wert eines Menschen und vor allem an die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau aus der Perspektive Indiens?[2]

In Europa wird Indien vor allem assoziiert mit Farben, Fröhlichkeit, Vielfältigkeit oder nicht zuletzt mit Tanz und Tragödie in Bollywood-Filmen. Die vorliegende Arbeit fokussiert die Stellung der Frauen Indiens und beschreibt simultan die politischen Reglements. Das kulturelle Verständnis des Okzidents trifft auf die kulturellen Charakteristiken Indiens. Die vorliegende Arbeit beabsichtigt die unterschiedlichen Wertevorstellungen hervorzuheben. Eine Ausführung wird für das Verständnis der politischen Reaktionen unumgänglich sein. Eine Differenzierung regionaler Unterschiede innerhalb Indiens wird aufgrund demografischer Konstellationen notwendigerweise eingeführt und soll gleichzeitig als Nuance für weitere Forschungen motivieren. Ergänzend zur Ursache politischer Reglements werden gesondert religiöse und traditionell orientierte Gruppierungen angegliedert.

Unter Betrachtung der jüngsten Ereignisse in Indien, wie sie bereits hier mit den wenigen Zeitungsartikeln kurz angedeutet wurden, ist ein genereller Sinneswandel in der Bevölkerung der größten Demokratie der Welt bzgl. den Frauen zu beobachten. Wie aber reagiert die Politik auf diesen Wandel und vor allem wie schnell kann sie hierbei tatsächlich sein? Bereits existierende sozialpolitische Programme sollen auf ihre reale Umsetzung unter Bezug grundlegender Schwierigkeiten akzentuiert werden.

Ferner wird geprüft weshalb trotz existierender Programme indische Frauen in einer prekären Lage leben. „Zehntausende indische Frauen und Mädchen sterben während der Schwangerschaft, bei der Entbindung und in den Wochen danach, obwohl staatliche Programme kostenlose geburtsmedizinische Versorgungen garantieren“.[3] Zwecks objektiver Analyse werden unterschiedliche Perspektiven von indischen Frauen zu indischer Sozialpolitik gegenübergestellt. Ein Vergleich zwischen der mikro-/makrosoziologischen Beschaffenheit Indiens und politischen Reaktionen wird den Bund für ein grundlegendes Verständnis zu schließen. Schwierigkeiten des policy making process lassen sich größtenteils von diesem Vergleich ableiten. Die vorliegende Ausarbeitung steht immer im Vordergrund der geschlechterspezifischen Sozialpolitik Indiens und des substantiellen Rollenwandels der Frau.

Die Untersuchungen werden sich auf die Republik Indien beziehen. Dabei können jedoch regionale Unterschiede, die sich in religiöser und zugleich in kultureller Sicht bemerkbar machen, nicht vernachlässigt werden. Die Untersuchung lokaler Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden zum Verständnis politischer Reaktionen beisteuern.

Die vorliegende Arbeit fokussiert die wandelnde Rolle der Frau aus sozialpolitischer Sicht, um so einen Erklärungsansatz makrosoziologischer Konstellationen und nicht zuletzt die Auswirkungen auf politischer Ebene aufzuzeigen. Mit dem von mir vorgestellten Erklärungsansatz der indischen Gesellschaft, verbunden mit den Schwierigkeiten politischer Reglements, bin ich zuversichtlich einen Beitrag zum umfassenden Verständnis aus Perspektive des europäischen Gerechtigkeitssinns zu liefern. Soziale Gerechtigkeit, wie sie bspw. in Deutschland verstanden wird kann in anderen Gemeinschaften unter der Frage, wie der Einzelne göttlichen und natürlichen Gesetzen gerecht wird anders ausgelegt werden. „Soziale Gerechtigkeit kann auf den ersten Blick als Programm gegen Ungleichheiten verstanden werden“[4]. Michael Opielka führt in seinem Essay fort, dass Ungleichheiten verschiedene Dimensionen einnehmen können darunter auch die des Geschlechts.

Für das Verständnis der Sozialpolitik Indiens verknüpft mit dem Rollenwandel der Frauen schließt sich die Gliederung in 1. Einleitung, 2. Überblick: Indien mit seinen Unterpunkten 2.1 Religiöse Darstellungen und 2.2 Makro-/Mikrosoziologische Darstellung, 3. Politik wiederum mit seinen Unterpunkten 3.1 Politische Entwicklung und 3.2 Politisches Reglement und abschließend in 4. Ausblick

Als Orientierungshilfe für die vorliegende Ausarbeitung dienen Publikationen von der Bundeszentrale für politische Bildung, u.a. „Eine kleine Geschichte Indiens“ von Shashi Tharoor und verabschiedete Gesetze der Republik Indien.

ÜBERBLICK: INDIEN

Mit der Hauptstadt Neu-Delhi ist Indien eine föderale Republik mit 28 Bundesstaaten und sechs Unionsterritorien. Mit ungefähr 1,2 Milliarden Einwohnern lebt nahezu ein Fünftel der Weltbevölkerung in Indien. Ein Grund für sprachliche, religiöse und kulturelle Vielfalt ist in der Landesfläche von annähernd 3,3 Milliarden Quadratkilometer zu sehen. Aus demografischem Kontext[5] wirken sich eben diese Vielfalt auf die Policy des politischen System Indiens unterschiedlich aus. Der Vergleich von Experten Indiens eher mit der Europäischen Union, als vielmehr mit einzelnen Staaten ist unter Berücksichtigung der immensen Unterschiede überzeugend.[6] Hierzu trägt sicherlich der traditionelle Multikulturalismus eine prägende Rolle. Unterschiede lassen sich aus traditionellen und religiösen Werten herleiten. Ein Tempel im Stile viktorianischer Baukunst, wie etwa der „Gateway of India“ neben einer Moschee oder eine Kirche neben der sogenannten Begräbnisstätte „Türme des Schweigens“ der Parsis sind ein vertrautes Bild.[7] Der traditionelle Multikulturalismus wird am Beispiel des Lotustempels der Baha’i deutlich. Der Tempel vereint in seiner architektonischen Beschaffenheit und impliziert eine harmonische Zusammenkunft aller Weltreligionen. Bei näherer Betrachtung unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse innerhalb des Tempels wird deutlich, dass dieser „individuell und frei von öffentlichen oder gemeinsamen Ritualen [ist], es gibt lediglich gemeinsame Lesungen aus den verschiedensten heiligen Büchern der Weltreligionen“.[8]

RELIGIÖSE DARSTELLUNGEN

Die stärkste religiöse Gemeinschaft in Indien mit 80,46 %[9] bildet der Hinduismus. Im Vergleich zu einigen wahrscheinlich besser bekannten Religionen in Europa ist der Hinduismus „keine gestiftete Religion mit verbindlichen Lehren, sondern eine gewachsene Religion, die sich aus verschiedensten Traditionen zusammensetzt“.[10] Das Menschenbild eines autonomes Wesens, wie etwa im Sinne Jean-Jacques Rousseaus wird weniger aus einer einzigen Offenbarung abgeleitet, als vielmehr durch viele mündlich überlieferte „Wissen“, den sogenannten Veden. Die erste mündliche Überlieferung wird auf 1492 v. Chr. datiert. Das vedische Erbe umfasst eine Vielzahl von Texten und Interpretationen, die gemeinhin als „Bücher des Wissens“ bezeichnet werden. Eine erstmalig schriftliche Festhaltung dieses Korpuses von Sanskrit-Dichtungen, philosophischen Dialogen und rituellen Beschwörungen werden auf das 5. Jahrhundert n. Chr. geschätzt.[11]

Diese Überlieferungen grenzen sich nicht ausschließlich auf Rituale ein, sondern geben auch soziale Vorschriften wider. „Soziales Leben und rituelle, kultische Handlungen sind in Indien nicht isoliert voneinander denkbar“.[12] Am deutlichsten ist der Einfluss des hinduistischen Menschenbildes in der „hierarchischen Gesellschaftsordnung“[13] zu sehen, das in Form des Kastenwesens ersichtlich wird. Hierarchische Anordnungen spielen auch eine ausschlaggebende Rolle in der Geschlechterstellung und den Heiratsregeln. So beschreibt die Geschichte über eine Frau, die ihren verstorbenen Ehemann durch einen Trick vom Todesgott Yama zurückerobert oder die Atharva-Veda, einem Bittgesang für ein Mädchen um einen Mann, die hervorgehobene Stellung des Mannes. „Es wird den Frauen gesagt, dass sie gegenüber ihrem Mann mehr Respekt zeigen müssen als gegenüber Gott, weil der Mann für sie höher steht. So erlangt eine perfekte Frau, die den Mann als Gott verehrt, dadurch eine große Macht“.[14]

In den heiligen Schriften findet sich ein relevanter Sinneswandel, der sich in historischer Sicht wiederspiegelt. Konkret sind sie ersichtlich beim Übergang der „vedischen Zeit“ hin zur gegenwärtigen Situation und dem Zwischenschritt mit der Zeit der Unabhängigkeit Indiens. Während in vedischer Zeit von 1500 v. Chr. bis 500 n.Chr. der Hinduismus sich für Gleichberechtigung der Frau und dem Mann aussprach änderte sich diese Einstellung mit der Unabhängigkeit Indiens. In vedischer Zeit konnten Frauen und Männer Unterricht in den Veden auf gleichem Niveau nehmen. Mit der Unabhängigkeit Indiens nach 1947 reformierte sich die Frauenrolle in entgegengesetzte Richtung. Frauen im Fokus durften nach Gesetz zur sozialen Ordnung nicht ohne Männerbegleitung, wie beispielweise des Vaters, Bruders, Ehemanns oder Sohns in der Öffentlichkeit unterwegs sein. Heute kann eine Renaissance der vedischen Zeit beobachtet werden. Neben gleichen Ausbildungschancen sind auch die Rechtsprechungen innerhalb Berufspositionen zu sehen.[15]

 

Die Frauenrolle im Islam gestaltet sich aufgrund kontrastreicher Unterschiede islamischer Glaubensgemeinschaften schwieriger. Eine pauschale Gliederung islamischer Konfessionen ist aufgrund regional und global unterschiedlicher Auslegungen einiger Glaubensgemeinschaften nicht so einfach möglich. So gibt es in der Frage des Geschlechterverhältnisses zwischen Männern und Frauen gravierende Unterschiede innerhalb der eigenen Glaubensrichtungen. „Mit dem Hinweis auf die vermeintlich mindere Rechtsauslegung der Frau gegenüber dem Mann, die Salafisten aus den islamischen Quellentexten glauben ableiten zu können, räumen sie Männern ein Züchtigungsrecht gegenüber ‚ungehorsamen‘ Frauen ein“.[16]

In Indien durchlebte der Islam mehrere Entwicklungen (die bis heute nicht abgeschlossen sind) und brachte dementsprechend einige Strömungen hervor. Heute zählen insgesamt 13,43 %[17] der religiösen Bevölkerung in Indien zum Islam. Der Sufismus bildet „von seiner Wurzel her eine offene, lebensbejahende, tolerante“[18] Religion. Sufis betrachten grundlegend die weibliche Rolle im Islam diametral entgegengesetzt zu fundamentalen Muslimen. Gemeinsamkeiten mit fundamentalen Muslimen sind aber jedoch zu beobachten, so z.B. in der Akzeptanz einer polygamen Eheform. Der Sufismus leitet, im Gegenteil zu fundamentalen Strömungen, eine Gleichberechtigung der Frau aus der Lebensweise ihres Propheten Mohammed ab. Mohammeds zwölf Frauen waren seine Beraterinnen und gaben ihm bei wichtigen Entscheidungen Tipps.[19] In Sure 4, Vers 2 wird die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann deutlich – hier heißt es: „O ihr Menschen, fürchtet euren Herren, Der euch aus einem einzigen Wesen erschaffen hat; aus diesem erschuf Er ihm die Gefährtin, und aus beiden ließ Er viele Männer und Frauen sich vermehren.“ Bezugnahmen der Suren spielen für den Sufismus eine hervorgehobene Rolle, da der Sufismus die „Verinnerlichung der islamischen Pflichten, aus ständiger Meditation des Korans“[20] vorsieht.

 

Mit 1,9 %[21] (ca. 20 Mio.) gläubigen Sikhs tragen sie zur religiösen und kulturellen Vielfalt bei, die sich ebenso auf juristischer Ebene wiederspiegelt, womit eine Untersuchung der sikhischen Religion unumgänglich sein wird. Die Gründung der Gemeinschaft geht auf den Guru Nanak im 16. Jahrhundert zurück. Später erreicht sie aufgrund ihrer Entwicklung zu einer militanten Macht hohes Ansehen. Ihre kriegerische Tradition fand Einfluss im Fall des Moghulreiches, den Einsätzen im ersten Weltkrieg und erreichte ihren Höhepunkt mit der Bekämpfung der britischen Kolonialmacht.[22]Der Sikhismus vereint teilweise theologische Ideologien von Hinduismus und Islam. In einigen Theorien wird der Sikhismus, als islamische Strömung gesehen, die als Reaktion vom Eindringen des Islam verschiedene Religionen in Indien hervorgebracht hat.[23] Aus dem Hinduismus wird das Kastenwesen zwar aufgegriffen, aber in ihren Grundzügen gravierend verändert. So werden alle Menschen im Sikhismus vor einem monotheistischen Schöpfergott gleichgestellt betrachtet.

Als Zeichen geschlechtlicher Gleichberechtigung tragen Frauen und Männer den gleichen Vornamen. Die Kastengleichheit spiegelt sich wiederum in der Vergabe der Nachnamen, in dem Frauen den Namen „Kaur“ (Prinzessin) und Männer „Singh“ (Löwe) tragen wieder.[24] Die Betrachtung einer vorschriftsmäßigen Sikh-Hochzeit zeigt deutlich die Frauenrolle: Anand Karaj, die „selige Vereinigung“ beruht auf dem offiziellen Verhaltenskodex. Dieses sogenannte Recht auf Maryada zeigt die Möglichkeit einer Hochzeit unabhängig der Kaste, der Rasse oder der Abstammung. Bemerkenswert ist das Verbot des Gebens oder Nehmens von Mitgift.[25] Auch wenn arrangierte Eheschließungen mehr die Regel, als die Ausnahme bilden bleibt die Zu- oder Absage im Sikhismus dem Brautpaar überlassen. Innerhalb der Hochzeitszeremonie werden insgesamt vier Lavan (Hochzeitsgesang) vorgetragen, die jeweils sich mit der Liebe und des verbundenen Lebens beschäftigen[26].

Obwohl Hinduismus unter den religiösen Glaubensrichtungen die Majorität bildet ist der Islam oder Sikhismus nicht streng genommen als Minorität zu betrachten. Sie spielen in der politischen Steuerung und im policy making eine gewichtige Rolle. In Kapitel 3 wird die Rolle von Religionen aufgegriffen und anhand juristischer Reformen detailliert beschrieben.

MAKRO-/MIKROSOZIOLOGISCHE DARSTELLUNGEN

Im Folgenden werden zunächst kulturabhängige Traditionen bzw. religiös orientierte  Praktiken erörtert. Die politische Reaktion wird daraufhin das Folgekapitel diskutieren. Religionen in Indien nehmen eine besondere Rolle ein, wobei sich stärkere oder schwächere Ausprägungen regional unterschiedlich zusammensetzen.[27] Eine religiöse Vielfalt im Norden gegenüber dem Süden zeigt die erste Erfassung der Religionszugehörigkeit in der indischen Bevölkerung von 2011. Während Hindus in ganz Indien vertreten sind zeigt die Karte die muslimische und sikhische Machtfülle an der pakistanischen Grenze. Zudem ist eine muslimische Konfessionsverteilung zunehmend von der Mitte Indiens hin zur chinesischen Grenze und an der indische Westküste zu sehen. Obwohl aus globaler Perspektive Muslime mit rund 138 Millionen Gläubigen die größte Anzahl muslimischer Gläubiger in einem Land darstellen, so bilden sie doch im Vergleich zu rund 1.029 Millionen[28] Hindus die Minorität. Trotz einigen religiösen Minderheiten halten alle Konfessionen eine besondere Rolle für Indien inne. Wenn von Indern die Rede ist: wer genau ist damit gemeint? Indien trug aus religiösen und traditionellen Einflüssen zu einer „polyglotten und polychromen“[29] Volksmenge bei. Hierbei darf jedoch nicht außeracht gelassen werden, dass bereits Mehrheiten oder Minderheiten regional stark variieren.[30] Diese Vielfalt kann wie folgt beschrieben werden:

„Inder sind, wie es sich für ein Land mit starken Kontrasten gehört, farbenbesessen. Dies gilt auch für die Farbe der Haut, wie die zahllosen Heiratsanzeigen beweisen, in welchen die helle, weizenfarbene Hauttönung der Braut gepriesen wird. In Nordindien signalisiert Helligkeit zu einer hohen Kaste, ein dunkler Teint weckt Erinnerungen an Urvölker und Leute, die sich unter der grellen Sonne ihr Brot erarbeiten mussten“.[31]

 

Religionszugehörigkeit in Indien. Quelle: Le Mone diplomatiqeReligionszugehörigkeit in Indien. Quelle: Le Mone diplomatiqeDas Festhalten an alten Werten, wie z.B. der Kaste, Hautfarbe oder Konfession ist heute noch beobachtbar. Anstatt einer denkbaren Destruktion erfahren alte Werte eine Art Modernisierung, die sich an den technischen Stand anpassen und sich teilweise sogar in Form von Codes weiterentwickeln. Das Portal shaadi.com versteht sich selbst als „The World’s Largest Matrimonial Service“ mit dem einfachen Ziel Menschen in ihrer Suche nach Glückseligkeit zu helfen.[32] Das Portal ermöglicht nicht nur eine selbstbestimmte Suche nach einem Partner, sondern räumt Familienangehörigen oder Freunden die Gelegenheit einer arrangierten Eheschließung ein. Bereits in den ersten Schritten der Registration fragt der Anbieter, ob das Konto für einen selbst, den Sohn, die Tochter, den Bruder, die Schwester oder einen Freund ist. Die Relevanz der Konfession oder der Kasten wird in weiteren Schritten der Profilbildung evident. Hier besteht die Möglichkeit Angaben über Konfession, Kaste, Berufsstand, Bildungsstand u.v.m. zu speichern. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Mitglieder täglich sogenannte „Match Mails“, u.a. zu Kontaktanfragen oder neun potentiellen Partnern bzw. Partnerinnen, die dem eigenen Profil entsprechen. Ebenso erhalten Mitglieder eine tägliche „Photo Match Mail“. Es ist keine Seltenheit, dass sich Eltern eines Shaadi-Mitgliedes mit den Eltern des anderen per Mail oder Telefon in Verbindung setzen. Häufig setzen sich potentielle Kandidaten erst nach Zugeständnissen und Einigungen beider Elternpartien in Verbindung.

Arrangierte Eheschließungen werden mit „galoppierende[r] Modernisierung“[33] nicht ausgeschlossen, sondern ganz im Gegenteil von Familienangehörigen aktiv - wie das Beispiel des Shaadi-Portals zeigt - genutzt. Die Stellung der Frau wird hierbei im modernen Zeitalter häufig mit etablierten Codes ausgedrückt. Während Männer im Alter von „boys“ zu „mature [reif, gereift]“ werden verlieren Frauen mit Eintritt ins 30. Lebensjahr die Bezeichnung „girls“ und werden zu „spinsters, alten Jungfern“. Alte Werte werden bei Betrachtung weiterer Codes noch viel deutlicher. Während „beautiful“, „fair-complexioned [hellhäutige]“, „wheatish“, „homely girl“ oder „convented-educated“ positive Eigenschaften einräumen werden negative Eigenschaften mit „homely“ oder „plain“ ausgedrückt. Der Gebrauch von Codes drückt nicht implizit eigene Meinungen aus, sondern versucht die eigene Meinung zu verschleiern. Bei Durchleuchtung von Anzeigen entpuppt sich „Caste no bar“ häufig als bloße Floskel. Eine Anzeige, wie beispielsweise „Südindischer brahmanischer Vater sucht geeignete Ehepartnerin […] für seinen als Freiberufler im Computergeschäft tätigen Sohn“[34]kann vereinfacht als die Suche nach einer brahmanischer Anwärterin formuliert werden.

Eine weitere wichtige Rolle sowohl in der Politik, als auch in der Kultur Indiens bildet die sogenannte Mitgift auch bekannt unter „Dowry“. Ursprünglich zur Verfügung für die Tochter in Form eines „Frauenvermögen“ gestellt, erkennt man heute einen Verständniswandel hin zum Preis einer Frau. Streitigkeiten über Mitgiftzahlungen führen in einigen Regionen noch heute zu Mitgiftmorden. Sein Extrem erreichte diese Gesinnung 1961, so dass viele Familien geradezu verarmten.[35] Als Gegenreaktion führte die Regierung den „Dowry Prohibition Act“, der in Kapitel 3.2 genauer beschrieben wird.

Einer der Gründe für Schwangerschaftsabbrüche sind in der Verbindung zu Dowry erkennbar. Familien in Indien hegen häufig dazu eine Schwangerschaft bei bevorstehender weiblicher Geburt abzubrechen. Traditionsgemäß gelten männliche Nachkommen als die Ernährer, die zudem bei der Beerdigung der Eltern den Scheiterhaufen entzünden.[36] Aus folgender Tabelle werden die mit den Schwangerschaftsabbrüchen verbundenen Folgen ersichtlich. Das Verhältnis von Frau zu Mann mit 0,93 ist zu einem bestimmten Grad auf die jahrzehntelang andauernde Praktizierung von Schwangerschaftsabbrüchen oder Kindstötungen zurückzuführen.

 

Bevölkerung nach religiösen Gemeinschaften

Nr.

State

Religiöse Gemeinschaft

Personen

Mann      

Frau

1

Indien

Alle religiösen Gemeinschaften

1.028.610.328

532.156.772

496.453.556

2.

Indien

Hindu

827.578.868

428.678.554

398.900.314

3.

Indien

Muslim

138.188.240

71.374.134

66.814.106

4.

Indien

Sikhs

19.215.730

10.152.298

9.063.432

Census of India 2011 in eigener Zusammenstellung http://www.censusindia.gov.in/Census_Data_2001/Census_data_finder/C_Series/Population_by_religious_communities.html)

 

Gleichsam mit Schwangerschaftsabbrüchen sind rituelle Selbstverbrennungen mit der Stellung von Frauen zu betrachten. Obwohl das sogenannte „Sati“ in keinem der religiösen Schriften zu finden ist, fanden sie bis zum Verbot 1829 durch die britische Kolonialmacht und danach noch immer wieder statt. Wie bereits in Kapitel 2.1 erwähnt wird der Mann von der Frau vor Gott verehrt. Die Selbstverbrennung der Frauen, „wurden in hohen Ehren gehalten und teilweise göttlich verehrt“.[37] Selten durch aktive Gewalt gezwungen begingen Frauen Sati  aus sozialem Druck innerhalb der eigenen Bevölkerungsdichte.

Die Gesinnung eines Teils der Bevölkerung bezüglich der Stellung von Frauen wird ersichtlich, wenn Kommentare zu Vergewaltigungsopfern betrachtet werden. So ist einer der reichsten und mächtigsten geistlichen Führer Asaram Bapu der Meinung, das Opfer habe an ihrer Vergewaltigung Mitschuld. Das Opfer hätte nur zu sagen brauchen, dass sie ihre Peiniger als (religiöse) Brüder sieht und sie gleichsam um Hilfe anfleht. So hätte nach Bapu eine Vergewaltigung niemals stattfinden können.[38]

POLITIK

Indien ist nach der Verfassung vom 26. Januar 1950 eine parlamentarisch-demokratische Republik mit bundesstaatlicher Ordnung. Der Föderalismus spiegelt sich in den 28 Staaten und 7 Unionsterritorien wieder. Die Hauptstadt der Republik Indiens ist mit offizieller Bezeichnung „National Capital Territory of Delhi“ oder umgangssprachlich Neu-Delhi.[39] Nach Freedom House wird Indien mit seiner teilweise freien Internet- und Pressefreiheit als freie Demokratie eingestuft.

POLITISCHE ENTWICKLUNG

Das demokratische Verständnis Indiens ist sicherlich auf die britische Kolonialmacht zurückzuführen, doch gleichsam ist der Einfluss der Nehru- und Gandhifamilien unbestreitbar. Unter dem ersten Premierminister des unabhängigen Indiens, Jawaharlal Nehru wurde das demokratische System mit Überzeugung übernommen. Bereits in den 1950er Jahren stärkten Gesetzesverabschiedungen die Emanzipation der indischen Frauen. Die erste bedeutende Premierministerin stellt Nehrus Tochter Indira Gandhi dar. Während ihrer zweiten Amtsperiode nach 1980 war sie immer wieder gezwungen politische, religiöse und kastenbedingte Konflikte auszustehen. Infolge des Attentats ihrer zwei Sikh-Leibwächter starb Indira Gandhi am 31. Oktober 1984. Dem Attentat ging die Eskalation im Goldenen Tempel von Amritsar, dem höchsten Heiligtum der Sikhs, nach Stürmung des Tempels hervor.

Religiös geprägte Auseinandersetzungen zeigen sich ebenso mit dem Attentat am 21. Mai 1991 auf den Premierminister von 1984 bis 1989 Rajiv Gandhi. Während seiner Amtsperiode entstanden neben religiösen Konflikten, wie die Beanspruchung militanter Hindus einer Moschee im nordindischen Ayodhya, die für sie als Geburtsort des Gottes Ram. Auch kastenbedingte Spannungen im Bildungswesen, wobei Studierende aus höheren Kasten durch gleichberechtigte Behandlung niedriger Kasten ihre Chancen auf einen guten Arbeitsplatz reduziert entgegensahen prägen diese Zeit. Anhand kausaler Zusammenhänge, die sich aus historischen Ereignissen ableiten lassen, ist es verständlich, dass der derzeitige Premierminister seit 2004 ein Sikh ist. Manmohan Singh steht, wie bereits seine Vorgänger auch, in der Bredouille religiöse und kulturelle Pluralität endlich zentral zu behandeln und marginalisierte Gruppen schließlich in den Vordergrund politischer Prozesse zu setzen.[40]

POLITISCHE REGLEMENTS

Die Rechte von Frauen sind in der Konfliktlinie zwischen Staat und Religion bzw. Kultur bereits aus der indischen Verfassung zu entnehmen. Während in der Präambel von „SOCIALIST SECULAR DEMOCRATIC REPUBLIC“ die Rede ist stellen sich zwangsläufig die Fragen: Inwiefern kann ein Land mit so vielen Facetten tatsächlich sozialistisch und säkular sein kann?

Jeder Konfession wird das Recht auf freie Ausübung ihres Glaubens versichert und darüber hinaus ein Recht zur Schaffung von Institutionen eingeräumt, um eigene Religionsangelegenheiten autonom zu verwalten.[41] Diese Einigung führt soweit, dass Glaubensgemeinschaften, sofern sie mit der indischen Verfassung vereinbar sind, nach ihren heiligen Büchern Rechtsentscheidungen fällen können. Das heilige Buch Guru Granth Sahib der Sikh greift die Gleichheit aller Menschen auf und ermöglicht es Frauen Positionen als Predigerin oder Missionarin einzunehmen.[42] „Trotz einheitlicher Rechtsverhältnisse in Indien haben Muslime die Möglichkeit, Personenstandsfragen nach dem Scharia-Zivilrechtsgesetz von 1937 gesondert zu regeln“.[43] Eine Möglichkeit der Selbstverwaltung steht de jure allen Konfessionen zu. Der Säkularismus Indiens kann als Spezifikum betrachtet werden. Erkennbar ist die spezielle Rolle in den Bemühungen des Staates, eine ausgewogene Religionsgemeinschaft zu schaffen, um zugleich eine Äquidistanz zu allen Religionsgemeinschaften zu vermeiden.[44]

Eine Anpassung des Staates fand auch in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche statt. Während die Abtreibung grundsätzlich nicht verboten wird, ist sie jedoch seit 1994 eingeschränkt möglich. Unter Bezugnahme der gesamten Republik ist der Wunsch nach einem männlichen Nachkommen immer noch hoch.[45] Die Bestimmung des Geschlechtes per Ultraschall ist Ärzten und Ärztinnen untersagt. Ein weiterer Grund für einen frühzeitigen Schwangerschaftsabbruch ist ex aequo die Tradition der Dowry.

Die Sonderrolle von Dowry wurde auf politischer Ebene ausführlich thematisiert. Obwohl de jure der „Dowry Prohibition Act“ vom 20. Mai 1961 jegliche Einnahmen oder Ausgaben strengstens verbietet gibt es noch heute Mitgiftmorde. Die Journalistin und Autorin Gita Aravamudan schildert den Zusammenhang zwischen Abtreibung und Mitgift, wie folgt: „Ein ganzes Geschlecht wird ausgelöscht. Es ist ein stilles und reibungslos ausgeführtes Verbrechen, das keine Wellen schlägt […] Unsere Gesetze gegen Brautgeld und die Tötung Ungeborener sind ausgezeichnet, aber nur auf dem Papier“.[46]

Religion und Staat in Konsens zu bringen ist die grundlegende Aufgabe einer Demokratie. Wie schwer sich dies gestaltet werden unter Betrachtung juristischer Maßnahmen deutlich. Neben dem zuvor erwähnten Recht die Personalfragen der Muslime nach der Scharia zu bestimmen, wurden simultan Gesetze vom Saat verabschiedet, um muslimische Frauen in ihren Rechten zu stärken. Eine staatliche Regelung ist „The Muslim Women (Protection of Right on Divorce) Act, 1986. Die Schwierigkeit ein allgemeingültiges Reglement zu schaffen wird bereits bei Betrachtung von §1 Abs. 2 deutlich in der es heißt: „It extends to he whole of India except the State of Jammu and Kashmir“. Im Hinblick auf Religionen gelingt es dem Staat nicht eine allgemeingültige Regelung von Gesetzen durchzusetzen. Somit haben bestimmte Regionen immer noch die Möglichkeit ihre Angelegenheiten nach eigenen Auslegungen der heiligen Schriften zu bestimmen.

Der Schutz der Frauen ist keine Exklusivität für muslimische Frauen. Ganz im Gegenteil ist für den Staat die Schutzrolle ubiquitär und auf alle Frauen Indiens übertragbar. Dies zeigt sich auch in dem elf Seiten starken „Protection of Women from Domestic Violence Act, 2005“. Das Gesetz fokussiert den Schutz der Frau vor häuslicher Gewalt:

 

„An Act to provide for more effective protection of the rights of women guaranteed under the Constitution who are victims of violence of any kind occurring within the family and for matters connected therewith or incidental thereto.”

 

Diese Gesetzesvorgabe unternimmt zwar den Versuch Frauen innerhalb der Familie zu beschützen, aber die Umsetzung scheitert häufig an der starkausgeprägten Familienbande. Zur Erinnerung sei an dieser Stelle erneut das Shaadi-Portal erwähnt werden, in der Eltern mit moderner Technik arrangierte Ehen einleiten können.[47]

AUSBLICK

Der Versuch abschließend die oben dargelegten Zusammenhänge in ihrem weiteren gesellschaftlichen und politischen Konzept zu punktieren reicht nicht aus. Aus den hier untersuchten Religionen und Traditionen kann ein Grundriss gezeichnet werden, der wiederum weiterentwickelt Wechselwirkungen zwischen ihnen und dem Staat auf regionaler Ebene gezielt untersucht. Aufgrund der starkausgeprägten Pluralität und dem Multikulturalismus steht der indische Staat vor einem punctus cnactus: Wie können Religion, Tradition und alte Werte mit demokratischen Grundrechten harmonisch vereinbart werden? Genau dieses Bestreben scheint sich zuweilen in eine Sisyphusarbeit zu entwickeln. Regelungen des Staates kollidieren häufig mit der Religionsfreiheit, die der Staat seiner Verfassung einordnet. Kausale Beziehungen zwischen Religion oder Tradition und demokratischer Ideologie sind nicht zu ignorieren. Die Kollision dieser kausalen Beziehungen wird auf lange Sicht zu einer Parallelgesellschaft führen. Die Akkreditierung nach Freedom House Indien sei eine freie Demokratie bedarf meiner Ansicht weitere Prüfkriterien, wie z.B. die Stellung von Frauen in Indien. Unbestreitbar ist jedoch: ein neues Selbstbewusstsein durch anhaltende Unterdrückung der Frauen entwickelt sich. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - so auch das Bild der weiblichen Polizeieinheit, das bei den Feierlichkeiten zum indischen Unabhängigkeitstag 2011 geschossen wurde.[48] Modern und zukunftsorientiert trifft auf altertümlich und traditionell. Während das Familienleben als Institution gesehen noch immer eine relevante Stellung einnimmt, ist ein Bruch alter Traditionen mit steigendem Bildungsstand sichtbar. Diese Veränderung geht nicht mit schnellen Schritten vonstatten, doch gleichwohl ist ein Gesinnungswandel in der Gesellschaft am Beispiel der Vergewaltigungsopfer zu sehen. Wut und Frust lassen die Menschen nach dem Tod der 23-jährigen Studentin auf den Straßen freien Lauf.[49] Solange sich die Gesellschaft nicht als einziges Individuum betrachtet hat Indien noch einen langen Weg zu beschreiten. Mit den Worten von Mahatma Gandhi:

„Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.“

 

QUELLENVERZEICHNIS

Betz, Joachim: Land und Bevölkerung. In: Informationen zur politischen Bildung, Nr. 296, 3. Quartal 2007, S. 4f, 5.

Blume, Georg: Eine Frau wehrt sich. In: Taz. Die Tageszeitung, Nr.  9968 vom 28.11.2012, S. 5.

Bundesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): Salafistische Bestrebungen in Deutschland. Köln 2012, S. 12.

Butalia, Urvashi: Neues Selbstbewusstein und anhaltende Unterdrückung. 2007. URL: http://www.bpb.de/internationales/asien/indien/44429/frauen-in-indien.html. Stand: 03.03.2013.

Census of India: Population by religious communities. 2011. URL: http://www.censusindia.gov.in/Census_Data_2001/Census_data_finder/C_Series/Population_by_religious_communities.html. Stand: 04.03.2013.

Dusche, Michael: Staatliche Einheit und religiöse Vielfalt in Indien. 2006. URL: http://www.suedasien.info/analysen/1457.html. Stand: 02.03.2013.

El Mundo: La menstruación sigue siendo un tabú en la India. 2013. URL: http://www.elmundo.es/elmundosalud/2013/03/06/mujer/1362594730.html. Stand: 07.03.2013.

Höffe, Otfried: Soziale Gerechtigkeit: ein Zauberwort. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 37/2005, 12.09.2005, S. 3 – 6.

Human Rights Watch: Indien: Zu viele Frauen sterben während Schwangerschaft. 2006. URL: http://www.hrw.org/de/news/2009/10/07/indien-zu-viele-frauen-sterben-w-hrend-schwangerschaft. Stand: 05.03.2013.

Hürriyet: Tecavüzcü vekile meydan dayağı. In: Hürriyet vom 04.01.2013, S. 10.

Imhasly, Bernard: Beginn einer zweiten Reformphase in Indien?. In: Neue Züricher Zeitung vom 03.03.1999.

Mayer-Ahuja, Nicole: Sozialpolitik und Arbeitsorganisation in Indien: Ein Blick durch das Fenster der Softwareprogrammierung. In: Burchardt, Hans-Jürgen/Tittor, Anne/Weinmann/Nico (Hrsg): Sozialpolitik in globaler Perspektive. Asien, Afrika und Lateinamerika. Frankfurt am Main 2012, S. 169 -188.

Opielka, Michael: Gerechtigkeit durch Sozialpolitik?. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 8-9/2006, 20.02.2006, S. 32 – 38.

Parul, Gupta: Indiens unerwünschte Töchter. 2007. URL: http://www.tagesspiegel.de/politik/international/abtreibungen-indiens-unerwuenschte-toechter/1001676.html. Stand: 01.03.2013.

Peter, Berhard: Der Lotustempel der Baha’i in Delhi und die Bedeutung seiner Architektur. 2005. URL: http://www.bernhardpeter.de/Indien/Sonstige/seite572.htm. Stand: 06.03.2013.

Pidd, Helen: Why is India so bad for women?. 2012. URL: http://www.guardian.co.uk/world/2012/jul/23/why-india-bad-for-women.htm. Stand: 01.03.2013.

Reetz, Dietrich: Das zweitgrößte islamische Land der Erde. 2007. URL: http://www.bpb.de/internationales/asien/indien/44418/muslime-in-indien?p=all.html. Stand: 01.03.2013.

Röper, Ursula/Hockenjos, Ruthild (Hrsg): Geschlechterrollen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen, Bonn: BPB 2007.

Schimmel, Annemarie: Der Islam im indischen Subkontinent. Darmstadt: 1995.

Tharoor, Shashi: Eine kleine Geschichte Indiens. Bonn: 2005.

UNESCO: Tradition of Vedic chanting. URL: http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&pg=00011&RL=00062.html. Stand: 07.03.2013.

UNRIC: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, URL: http://www.unric.org/de/menschenrechte/16.html. Stand: 04.03.2013.

Wessler, Heinz Werner: Indien – eine Einführung. Herausforderungen für die aufstrebende asiatische Großmacht im 21. Jahrhundert. 2007. URL: http://www.bpb.de/internationales/asien/indien/44581/indien-eine-einfuehrung.html. Stand: 05.03.2013.

Zeit Online: “Sicherstellen, dass ihr Tod nicht umsonst war”. 2012. URL: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-12/indien-tod-
vergewaltigungsopfer.html. Stand: 28.02.2013.

 

RECHTSQUELLENVERZEICHNIS

The Constitution of India vom 26. November 1949 CoI, zuletzt geändert durch Ninety-Seventh Act vom 2011.

The Dowry Prohibition Act, 1961 (Act. No. 28 of 1961 vom 20. Mai 1961.

The Muslim Women (Protection of Right on Divorce) Act, 1986 (Act. No. 25 of 1986) vom 19. Mai 1986.

The Protection of Women from Domestic Violence Act, 2005 (No. 43 of 2005) vom 13. September 2005.

 


 

[1] Die Zeitungsartikel beziehen sich u. a. auf „Warum ist Indien so schlecht für Frauen?“ (Helen Pidd 2012), „Öffentliche Prügel für vergewaltigenden Beamten“ (Hürriyet 2013), „Die Menstruation ist immer noch ein Tabu in Indien“ (El Mundo 2013) und Georg Blume2012 (Übersetzungen des Verfassers).

[2] Vgl. Resolution 217 A (III) der Generalsversammlung vom 10. Dezember 1948 bzgl. allgemeiner Menschenrechte oder UNRIC 2013.

[3] Human Rights Watch 2009 (Hervorhebung durch den Verfasser).

[4] Dr. rec. soc. Dipl. Päd. Michael Opielka 2006 untersucht in seinem Beitrag, inwiefern Sozialpolitik zu Gerechtigkeit beitragen kann. Opielka zitiert nach: Höffe 2006: 37.

[5] Indiens Geschichte greift auf 5.000 Jahre zurück. Angefangen von den frühen Hochkulturen der Welt bis hin zu der britischen Kolonialmacht finden sich unterschiedliche religiöse und kulturelle Einflüsse wieder, die in vielen Regionen Indiens noch immer zu sehen sind.

[6] Vgl. Joachim Betz 2007: 4f. Betz beschreibt in einer Übersicht die derzeitige Situation Indiens.

[7] Vgl. zur Bevölkerung Indiens den Beitrag von Dr. Heinz Werner Wessler 2007.

[8] Übersicht zum Lotustempel gibt die Reportage von Bernhard Peter 2005.

[9] Statistische Angaben orientieren sich am Census of India 2011 (Berechnungen sind vom Verfasser).

[10] Eine Übersicht über Geschlechterrollen aus religiösem Hintergrund geben die Themen und Materialien von Ursula Röper/Ruthild Hockenjos 2007. Das Zitat bezieht sich auf S. 102.

[11] Zur Beschreibung der vedischen Chorgesänge vgl. UNESCO 2008.

[12] Ursula Röper/Ruthild Hockenjos 2007: S. 102.

[13] Ebd.

[14] Ebd.: S. 107.

[15] Ebd.: S. 104.

[16] Bundesamt für Verfassungsschutz 2012: S. 12.

[17] Cenus of India 2011.

[18] Das Zitat greif das Interview mit dem Sufi und Religionswissenschaftler André Al Habib auf (http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Islam/sufismus.html, AG Friedensforschung Veranstalter des Friedenspolitischen Ratschlags, zuletzt aufgerufen am 10.03.2013).

[19] Vgl. ebd.

[20] Annemarie Schimmel 1995: 8.

[21] Census of India 2011.

[22] Vgl. Annemarie Schimmel 1995: S. 29, 82, 97.

[23] Vgl. Joachim Betz 2007: 5.

[24] Vgl. Ursula Röper/Ruthild Hockenjos 2007: S. 144.

[25] Der Einfluss des Mitgiftverbots wird in seinen Grundzügen im „The Dowry Prohibition Act“ zu finden sein. Die politische Beschreibung folgt in Kapitel 3.2.

[26] Vgl. Ursula Röper/Ruthild Hockenjos 2007: S. 146.

[27] Zwecks Übersicht und Orientierungshilfe beziehen sich alle folgenden Ausführungen auf das Schaubild „Religionszugehörigkeit in Indien“.

[28] Vgl. Cenus of India 2011

[29] Shashi Tharoor 2005: S. 261.

[30] Vgl. ebd.: S. 262.

[31] Bernard Imhasly 1999 zitiert nach: Shashi Tharoor 2005: S. 407.

[32] Shaadi bedeutet im deutschen „Hochzeit, Heirat“. Somit versteht sich das Portal nicht als Flirtseite, sondern vielmehr als eine Möglichkeit seriöse Partnerschaften zu finden (http://www.shaadi.com.html, Shaadi The World’s largest Matrimonal Service, zuletzt aufgerufen am 11.03.2013).

[33] Vgl. Shashi Tharoor 2005: S. 280.

[34] Ebd.: S. 281.

[35] Vgl. Ursula Röper/Ruthild Hockenjos 2007: S. 113.

[36] Vgl. Gupta Parul 2007.

[37] Vgl. Ursula Röper/Ruthild Hockenjos 2007: S. 113.

[38] Asaram Bapu wird von seinen Anhängern auch als „Godmen“ gerufen. Die Aufregung seitens der Bevölkerung zum Vorfall zeigt der Zeitungsartikel „Asaram Bapu adds to shame, says victim at fault too“ im Hindustan Times vom 09.03.2013 (http://www.hindustantimes.com/India-news/NewDelhi/Asaram-Bapu-holds-victim-responsible-for-Delhi-gangrape/Article1-986079.aspx.html, 09.03.2013, zuletzt aufgerufen am 10.03.2013).

[39] Grundlegende Daten zur Republik Indien finden sich auf der Internetseite des Central Intelligence Agency (https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/in.html, 26.03.2013, zuletzt aufgerufen am 27.03.2013).

[40] Vgl. Heinz Werner Wessler 2007: S. 7-10.

[41] Vgl. P III § 26 Abs. b Constitution of India.

[42] Vgl. Ursula Röper/Ruthild Hockenjos 2007: S. 145.

[43] Dietrich Reez 2007.

[44] Vgl. Michael Dusche 2006.

[45] Gründe hierfür finden sich in Kapitel 2.2.

[46] Aus dem Interview mit der Journalistin und Autorin Gita Aravamudan zitiert nach: Gupta Parul 2007.

[47] Die Familienbande wird in Wechselbeziehung zwischen Sozialpolitik und IT-Sektor durch Nicole Mayer-Ahuja 2012 hervorgehoben.

[48] Urvashi Butalia 2007 greift die wandelnde Rolle von Frauen in Indien in ihrem Beitrag „Neues Selbstbewusstsein und anhaltende Unterdrückung“ auf.

[49] Bezug wird auf den Zeitungsartikel von Zeit Online 2012 genommen.

 

 

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