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Prekarität und Migration - ein verdrängtes Problem

Veröffentlicht am 06.07.2015

Gastbeitrag von Julia Kanold/Kassel

 

Begriffe wie Prekarisierung und Prekariat sind mittlerweile in aller Munde. Möchte man den Begriff prekär übersetzen, so kann man die Wörter widerruflich, unsicher oder heikel nennen.[1]

Aktuell wird der Begriff gebraucht, um die Expansion von unsicheren Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen in der Gesellschaft zu beschreiben. Zu den prekären Arbeits- beziehungsweise Beschäftigungsverhältnissen – welche dadurch gekennzeichnet sind, dass sie oberhalb eines kulturellen Minimums nicht dauerhaft existent sind – „zählen Leih- und Zeitarbeit, [sowie] Tätigkeiten im Niedriglohnsektor, befristete Beschäftigungen und erzwungene Teilzeitarbeit ebenso wie Mini- oder Midi-Jobs, abhängige Selbstständigkeit oder sozialpolitisch geförderte Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Jobs)“.[2]

Neben den atypischen Beschäftigungsverhältnissen, welche in Deutschland 27,5 Prozent (2007; Vergleich 17,5 Prozent 1997) ausmachen, muss man auch die 18 Prozent Prekarier, welche zwar ein „normales“ Beschäftigungsverhältnis besitzen, aber dennoch im Niedriglohnsektor (das heißt ein Verdienst von weniger als zwei Drittel des Medianlohns) arbeiten, berücksichtigen, wenn man über die Ausbreitung der unsicheren Beschäftigungsverhältnisse spricht.[3]

Schuld an der Spaltung der Arbeitsgesellschaft sind in erster Linie die „kostenorientierten Flexibilisierungs- und Rationalisierungsstrategien der Unternehmen“.[4] In Deutschland befindet sich der Großteil zwar noch in einer Zone der Integration mit standardisierten Arbeitsverhältnissen und einigermaßen funktionierenden sozialen Netzen, doch kann man darunter eine Zone der Prekarität finden, welche durch unsichere Beschäftigungsverhältnisse sowie brüchige soziale Netze gekennzeichnet ist.[5] Am Ende der Hierarchie steht eine Gruppe, welche sich ohne reale Chance auf eine Integration in den Arbeitsmarkt in der Zone der Entkopplung befindet; diese Überzähligen beziehungsweise Ausgeschlossenen erleben diesen Prozess nicht nur in Form vom Ausschluss von regulärer Erwerbstätigkeit, sondern ebenso in Form von sozialen Ausschluss.[6]

Berry Hard Work © JD Hancock @ flickr.comBerry Hard Work © JD Hancock @ flickr.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berry Hard Work © JD Hancock @ flickr.com

 

Diese Ausgeschlossenen, welche nicht zuletzt Menschen mit Migrationshintergrund sind, möchte ich in der vorliegenden Arbeit – auf primärer Basis der Publikation „Prekarität und Migration. Ausgewählte Daten und Trends“ von Dörre et al. – in den Fokus stellen und das verdrängte Problem von Prekarität und Migration aufarbeiten. Dazu werde ich auf die ausländische Bevölkerung in Deutschland eingehen, sowie auf Arbeitslosigkeit und den Empfang von Transferleistungen zu sprechen kommen und schließlich die Beschäftigung von Migranten erläutern.

Im Fazit werde ich versuchen zu erklären wie und warum es von marginalisierter zu disqualifizierender Armut und Prekarität kommt und warum es als Gesamtgesellschaftliches Problem gewertet werden kann. Zudem werde ich die – für mich – notwendige Handlungsperspektive zur eventuellen Besserung der Verhältnisse vorstellen.

 

2 Prekarität und Migration – ein verdrängtes Problem

 

Oft wird übersehen, dass die Prekarisierung von Arbeits- und Lebensverhältnissen kein neues Phänomen ist, sondern für Menschen mit Migrationshintergrund längst ein ständiger Begleiter[7]: Migranten und Migrantinnen arbeiten mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil in Beschäftigungsverhältnissen sowohl mit niedriger Entlohnung als auch mit instabilen Rahmenbedingungen. Es lässt sich ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse beobachten und auch die Beschäftigungsquote bewegt sich seit den 1990er Jahren stets rückläufig, die Arbeitslosenquote der Menschen mit Migrationshintergrund ist fast doppelt so hoch wie bei den Einheimischen.[8]

Gründe für die Benachteiligung und Isolation dieser Gruppe werden auf verschiedene Ursachen zurückgeführt: „Die sozioökonomisch schwierige Lage der ersten Generation der Arbeitsmigranten wird mit ihrer speziellen ‚Rekrutierungsgeschichte‘ begründet. Die Anwerbepolitik in den 1950-60er Jahren diente dem Ausgleich des Arbeitskräftemangels in bestimmten Industriezweigen der westdeutschen Nachkriegsökonomie. In der Regel handelte es sich um niedrige Positionen, die wenig Aussicht auf Weiterbildung und betriebsinterne Aufstiege boten. Im Laufe des Strukturwandels des Arbeitsmarktes wurden diese Positionen prekär, den Nachkommen – der zweiten Generation – wird diese ‚Rekrutierungsgeschichte‘ in Form von geringem ökonomischen Kapital und fehlenden Netzwerken ‚vererbt‘“.[9] Der zweiten Generation würde also das, für das Aufnahmeland spezifische, Vermögen (zum Beispiel durch den niedrigen beruflichen Status des Vaters) fehlen, weshalb es ihnen trotz gleichwertiger Bildungsabschlüsse nicht gelingen würde einen, in einem vergleichbaren Maße zu den Mitschülern ohne Migrationshintergrund, Zutritt zum Arbeitsmarkt zu erlangen.[10] Aufgrund der sozialen Herkunft sind also die Investitionsmöglichkeiten in Bildung und Zukunft bei diesen Kindern eingeschränkt,[11] was auch durch Selektionsprozesse aufgrund der ethnischen Merkmale in vielen Schulen und auch auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten ist.

Der Zugang zum Arbeitsmarkt erweist sich aber auch aufgrund des Systems von Zugangsrechten und Teilhabechancen als sehr schwierig, da prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen nicht nur durch Arbeitsmarktprobleme entstehen, sondern auch in Folge von rechtlich-politischen Einschränkungen, welche mit der Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis eng verknüpft sind; einen vorrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt haben Deutsche, Unionsbürger und privilegierte Nichtdeutsche.[12]

Als Beispiel könnte man die Situation von Asylbewerbern nennen: Diesen ist der Zugang zu allen zentralen gesellschaftliche Bereichen – sprich Arbeitsmarkt, Bildung, Wohlfahrt – beschnitten.[13] Diese prekäre Situation, in der sie sich befinden, ist allerdings nicht auf ihre niedrigen Qualifikationen zurückzuführen, da sie im Gegenteil sogar „als überdurchschnittlich hochqualifiziert“[14] gelten, sondern darauf, dass ihnen der Zugang verwehrt wird.

Es ist zu sagen, dass es unterschiedliche aufenthaltsrechtliche Statuspositionen von Migranten gibt, welche in vier Gruppen aufgeteilt werden können: (1) Migranten mit sofortigem Zugang zur Staatsbürgerschaft (betroffen sind vor allem Spätaussiedler, welche aufgrund ihrer Abstammung als deutsche Volksangehörige anerkannt werden); (2) Zuwanderer mit gesicherten Aufenthaltsstatus (auch: Denizens; dazu gehören EU-Bürger, anerkannte Flüchtlinge und langansässige Arbeitsmigranten); (3) die nachziehenden Familienangehörigen und Arbeitsmigranten (Arbeitsmigranten werden hier in zwei Gruppen eingeteilt: (a) Hochqualifizierte und Arbeitskräfte mit gefragter Qualifikationen und (b) temporäre Arbeitsmigranten, deren Aufenthalt an ein Arbeitsverhältnis gebunden ist); (4) Margizens (dazu zählen Fluchtmigranten mit ungesichertem Aufenthaltsstatus) und man könnte noch eine fünfte Gruppe hinzufügen, welche die der Illegalisierten bildet.[15] Diese vier beziehungsweise fünf Gruppen sind hierarchisch aufgebaut, wenn es um Teilhabemöglichkeiten, Bürgerrechte, politische Rechte oder soziale Sicherung geht.

Als weiteren Problempunkt bei der Arbeitsmarktintegration kann man die in Deutschland herrschende hohe Bedeutung von Bildungs- und Qualifikationsnachweisen nennen, welche dazu führt, dass viele Zuwanderer (vor allem jüdische Migranten, Spätaussiedler und Fluchtmigranten) trotz hoher Qualifikation benachteiligt und ausgeschlossen werden, was hohe Arbeitslosenquoten und unterwertige Beschäftigung fördert.[16] Möglichkeiten zur Nachqualifizierung sind beschränkt, weshalb viele Migranten – nicht zuletzt auch aufgrund des unsicheren Status – dazu bereit sind prekäre Beschäftigungen mit geringer Bezahlung und schlechten Aufstiegschancen anzunehmen.[17]

 

3 Die ausländische Bevölkerung in Deutschland

 

 

In folgendem Kapitel der vorliegenden Arbeit möchte ich sowohl die Anzahl und Anteile der ausländischen Bevölkerung in Deutschland, als auch deren Alter und Qualifikationen vorstellen.

 

3.1 Anzahl und Anteile der ausländischen Bevölkerung

 

 

Im Jahr 2007 lebten in Deutschland insgesamt 82.465.300 Menschen, darunter mit 19 Prozent fast ein Fünftel (15.332.900) mit Migrationshintergrund.[18] Etwa neun Prozent der Gesamtbevölkerung haben keine deutsche Staatsangehörigkeit.[19] Den größten Anteil der in Deutschland lebenden Ausländer bilden die türkischstämmigen Migranten mit fast 25 Prozent, mit knapp acht Prozent folgen italienische Migranten und mit jeweils etwa fünf Prozent griechische und polnische.[20]

 

3.2 Alter und Geschlecht

 

Im Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist die Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich jünger[21]: Bei den bis 20jährigen der Bevölkerung liegt der Anteil ohne Migrationshintergrund bei 17,2 Prozent, während der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 29,7 Prozent liegt. Bei der Gruppe der 21 bis 65jährigen liegt der Anteil ohne Migrationshintergrund bei 60,5 Prozent und mit Migrationshintergrund bei 62,1 Prozent – hier ist nur ein geringer Unterschied von zwei Prozent zu beobachten.[22] Schaut man sich allerdings den Anteil der über 65jährigen an, so bildet der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund nur 8,2 Prozent, während der Anteil der Personen ohne Migrationshintergrund bei 22,3 Prozent liegt; insgesamt kann man also sagen, dass die Altersstruktur beider Gruppen sehr unterschiedlich verläuft und die Bevölkerung mit Migrationshintergrund einen „höheren Anteil an Personen im erwerbsfähigen Alter [aufweist und] es (...) davon auszugehen [gilt], dass dieser Anteil aufgrund der sehr starken Gruppe der bis 20jährigen weiter ansteigen wird“.[23]

 

3.3 Qualifikation, Bildung und Ausbildung

 

Um auf die schulische Bildung zu sprechen zu kommen, so lässt sich sagen, dass Absolventen mit Migrationshintergrund bei fast allen Schulabschlüssen (ausgenommen des Abiturs 15,4 und 15,5 Prozent) unterpräsentiert sind, wobei die Differenzen zu Absolventen ohne Migrationshintergrund je nach Art der schulischen Bildung variieren[24]: Lediglich 14,4 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund können einen Realschulabschluss vorweisen (ohne Migrationshintergrund: 18,7 Prozent). Zudem verfügen Absolventen mit Migrationshintergrund seltener über die Fachhochschulreife (3,4 Prozent gegenüber 4,7 Prozent bei Absolventen ohne Migrationshintergrund), die mittlere Reife (14,4 zu 18,7 Prozent) und den Abschluss einer Hauptschule (29 zu 37 Prozent).[25] Betrachtet man den Anteil derer ohne Schulabschluss, so liegt er bei Personen mit Migrationshintergrund bei 9,4 Prozent, während lediglich 1,5 Prozent ohne Migrationshintergrund keinen Abschluss erreichen – hier wird eine große Problematik deutlich,[26] welche laut Diefenbach darauf zurückzuführen ist, dass das Schulsystem Selektionsprozesse verursacht.[27] Demnach sind „deutsche Schüler gegenüber Schülern anderer ethnischer Zugehörigkeit oder ausländischen Schülern [...] im Vorteil.[28]

Allerdings ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund (27,4 gegenüber 15,3 Prozent bei Menschen ohne Migrationshintergrund), die sich derzeit noch in der schulischen Ausbildung befinden, deutlich höher; das lässt sich jedoch aufgrund der unterschiedlichen Altersstruktur, welche im vorangegangenen Kapitel erläutert wurde, erklären.[29]

Das allgemein niedrige schulische Qualifikationsniveau von Personen mit Migrationshintergrund lässt sich auch in der beruflichen Bildung vorfinden: Zwar gibt es einige Bereiche in denen Personen mit Migrationshintergrund in nahezu gleich hohem Maße wie Personen ohne Migrationshintergrund aufzufinden sind (zum Beispiel Anlernausbildung/ Praktikum, Berufsvorbereitungsjahr, Universitätsabschluss/ Promotion, berufsqualifizierender Abschluss), doch gibt es auch Bereiche, in denen Personen mit Migrationshintergrund eher selten präsent sind (zum Beispiel Lehre oder Vergleichbares, Meister/ Techniker/ Fachschule, Fachhochschulabschlüsse) und sogar Bereiche, von denen Migranten besonders betroffen sind (hier: keine berufliche Qualifizierung).[30]

Als nächstes möchte ich auf die Ausbildungsquoten von Deutschen und Ausländern zu sprechen kommen, hierzu lässt sich sagen, dass direkt ins Auge fällt, dass lediglich 23

Prozent der Ausländer ein Ausbildungsverhältnis finden und somit nicht einmal halb so oft wie Deutsche mit 56,9 Prozent.[31]

 

4 Arbeitslosigkeit und Empfang von Transferleistungen

 

 

Nun möchte ich auf die Thematik der Arbeitslosigkeit und den Empfang von Transferleistungen vergleichend bei Personen mit und ohne Migrationshintergrund eingehen. Dafür werde ich die Teilhabe am Erwerbsleben, den Empfang von staatlichen Transferleistungen sowie das Armutsrisiko betrachten.

 

4.1 Teilhabe am Erwerbsleben

 

 

Mit knapp 48 Prozent ist der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund unterdurchschnittlich (ohne Migrationshintergrund 51,1 Prozent) vertreten: Von diesen 48 Prozent sind 83,2 erwerbstätig und 16,8 erwerbslos.[32] Von den Personen ohne Migrationshintergrund sind neun Zehntel erwerbstätig und lediglich ein Zehntel ist erwerbslos – das stellt im Vergleich zu den Migranten und vor allem unter Berücksichtigung des Durchschnittswertes von 10,2 Prozent einen enormen Unterschied dar.[33]

Differenziert man zwischen Eingebürgerten, Spätaussiedlern und Ausländern, so kann man erkennen, dass Spätaussiedler mit 14,8 Prozent deutlich seltener von Erwerbslosigkeit betroffen sind wie Zugewanderte und in der Bundesrepublik geborene Ausländer mit 20,4 Prozent; Eingebürgerte und deren Kinder liegen mit 16,2 Prozent in der Mitte.[34]

 

4.2 Empfang staatlicher Transferleistungen

 

Um auf die Finanzierung des Lebensunterhaltes der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund zu sprechen zu kommen, so ergeben sich für beide Gruppen deutliche Unterschiede: Aufgrund niedriger Beschäftigungsquoten von Personen mit Migrationshintergrund, lassen sich für eben diese eine erhöhte Anzahl staatlicher Transferleistungen – in Form von Arbeitslosengeld 1 und 2 sowie Sozialhilfeleistungen – beobachten; weitergehend lässt sich erkennen, dass Migranten seltener Renten- oder Pensionszahlungen erhalten.[35]

 

4.3 Armutsrisiko

 

Das Armutsrisiko für Migranten ist deutlich höher als für die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (11, 6 Prozent gegenüber 28,2 Prozent) (vgl. Dörre et al. 2009: 24 nach Beauftragte der Bundesregierung für Flüchtlinge, Migration und Integration 2007: 247). Es sind zwar alle Gruppen von Migranten betroffen, wenn es um ein erhöhtes Armutsrisiko geht, allerdings kann man gruppenspezifische Unterschiede beobachten: So ist das Risiko für Spätaussiedler mit 20,7 Prozent am geringsten, während Eingebürgerte und deren Kinder bereits mit 24,7 und Zugewanderte und hier geborene Ausländer sogar mit 34,3 Prozent vom Armutsrisiko betroffen sind.[36]

 

5 Beschäftigung von Migranten

 

Bevor ich mich nun mit den Beschäftigungsverhältnissen von Migranten beschäftige, möchte ich zunächst den beruflichen Status in den Fokus stellen. Es ist zu beobachten, dass Menschen mit Migrationshintergrund seltener selbstständig sind und seltener Beamten- und Angestelltenberufe ausführen als Menschen ohne Migrationshintergrund. Dem gegenübergestellt ist ein erhöhter Anteil von Personen mit Migrationshintergrund in der Arbeitergruppe (46,6 gegenüber 24,9 Prozent) angesiedelt. Lediglich den Beruf „mithelfender Familienangehöriger“ führen Personen mit und ohne Migrationshintergrund zu annähernd gleich großem Anteil aus (1 Prozent ohne und 0,9 Prozent mit Migrationshintergrund).[37]

Die Bevölkerungsgruppen mit und ohne Migrationshintergrund sind auch im Wirtschaftsbereich unterschiedlich verteilt: So sind Migranten vor allem im produzierendes Gewerbe mit 35 Prozent und im Handel/ Gastgewerbe/ Verkehr mit 28,9 Prozent überdurchschnittlich vertreten, während sie in der Land- und Forstwirtschaft beziehungsweise der Fischerei sowie bei sonstigen Dienstleistungen unterrepräsentiert sind – diese Bereiche werden von den Menschen ohne Migrationshintergrund mit 2,5 und 46,7 Prozent angeführt.[38]

 

5.1 Wochenarbeitszeit/ Umfang der Beschäftigung

 

„Die Wochenarbeitszeit stellt den wesentlichen Indikator für den Umfang der Beschäftigung von Personengruppen mit und ohne Migrationshintergrund dar und liefert damit einen Anhaltspunkt für die Analyse prekärer Beschäftigungsverhältnisse“[39]. Generell ist zwischen Migranten und Nicht-Migranten ein eher geringer Unterschied zu verzeichnen, wenn man genauer hinsieht, sind aber dennoch Unterschiede erkennbar: Erwerbstätige Migranten arbeiten häufiger als Menschen ohne Migrationshintergrund weniger als zehn Stunden (5,2 zu 4,2 Prozent) oder zehn bis zwanzig (15,1 zu 12,6 Prozent) Stunden wöchentlich.[40] Ebenso verhält es sich bei der wöchentlichen Arbeitszeit von 32 bis 35 Stunden (6,8 zu 5,3 Prozent); unterdurchschnittlich sind Migranten bei 21 bis 31 (7,6 zu 8,5 Prozent), 36 bis 39 (19,4 zu 19,9 Prozent), 40 bis 44 (35,6 zu 36,1 Prozent) sowie 45 und mehr (10,2 zu 13,3 Prozent) Stunden wöchentlich vertreten, allerdings sind die Unterschiede meist nur sehr gering.[41]

 

5.2 (Solo-)Selbstständigkeit

 

Aufgrund der quantitativen Ausdehnung im Kontext von Erwerbstätigkeit nimmt Selbstständigkeit immer mehr zu.[42] Besonders seit den 1970er Jahren lassen sich gerade bei Migranten deutliche Zuwächse beobachten, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass eine geringe Nachfrage von Produktionsarbeitskräften herrscht.[43] Der Anteil der Selbstständigen ist von 2000 zu 2006 um 12 Prozent gestiegen, während der Anteil der abhängig Beschäftigten um 1,5 Prozent zurückgegangen ist.[44]

Obwohl der Schritt zur Selbstständigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund allgemein als wichtiger integrationspolitischer Beitrag gewertet werden kann und gleichzeitig auf die hohe ökonomische Bedeutung der Selbstständigkeit verwiesen wird,[45] darf man das Prekaritätsrisiko, welches auch in dieser Form von atypischer Beschäftigung stets vorhanden ist, nicht unterschätzen.[46]

Menschen ohne Migrationshintergrund gehen zwar häufiger einer selbstständigen Beschäftigung nach (11,5 Prozent gegenüber 9,6 Prozent bei Menschen mit Migrationshintergrund), jedoch sind von diesen 11,5 Prozent nur 55,4 Prozent Soloselbstständige, während von den 9,6 Prozent der Selbstständigen mit Migrationshintergrund 60,8 Prozent alleine arbeiten.[47]

Zudem kann man Unterschiede innerhalb der Gruppe der Migranten machen: Selbstständig Beschäftigte sind vor allem Eingebürgerte beziehungsweise deren Kinder und Ausländer; die Werte bewegen sich hier zwischen zehn und zwölf Prozent, wobei (Spät-)Aussiedler nur zu 5,5 Prozent selbstständig tätig sind.[48] Neben den im hohen Maße vertretenen Soloselbstständigen zeigt sich bei Unternehmen von Migranten eine generelle Tendenz zur kleinbetrieblichen Struktur, was dazu führt, dass sogar in zwei Dritteln der Unternehmen weniger als vier Personen beschäftigt sind.[49]

Es ist zu erwähnen, dass Migranten im Schnitt viel jünger sind als Nicht-Migranten, wenn sie ein Unternehmen gründen – zwei Drittel der italienischen und türkischen Unternehmensgründer sind unter 35 Jahre alt, was mit sich zieht, dass jene weniger Berufserfahrung vorweisen können und somit ein erhöhtes Risiko des Scheiterns besteh; generell kann man sagen, dass Migranten schlechtere Ausgangsbedingungen für die Selbst- und Soloselbstständigkeit haben und daher häufiger scheitern.[50]
So erklärt auch der Bericht der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und

Integration (2007: 92), dass die Fördermöglichkeiten, welche aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit helfen sollen, von Menschen mit Migrationshintergrund in „beachtlichem Umfang“ genutzt werden.

„Insgesamt ist Selbstständigkeit von Migranten nicht nur wegen der ökonomischen Gefährdungen und der unzureichenden sozialen Absicherung, sondern auch aufgrund einer durchschnittlich schlechteren Ressourcenausstattung, mangelnder beruflicher Erfahrungen und dem teilweise geringen Bildungsniveau der Gründer mit einem hohen Prekaritätsrisiko behaftet“.[51]

 

5.3 Geringfügige Beschäftigung

 

Seit der Einführung der neuen Regelungen im Rahmen des Zweiten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt entwickelt sich der Sektor der geringfügigen Beschäftigung stetig: Sie dehnt sich aus und gewinnt als flexible Beschäftigungsform zunehmend an Bedeutung.[52]

33,8 Prozent der Ausländer arbeiten neben einer sozialversicherungspflichtigen Anstellung in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis, während es nur 28,4 Prozent der Deutschen tun, das lässt sich darauf zurückführen, dass der ausländische Anteil finanziell darauf angewiesen ist.[53] Bei der ausländischen Bevölkerung werden geringfügige Beschäftigungen zu 54,5 Prozent von Männern und zu 45,5 Prozent von Frauen ausgeführt, bei der deutschen Bevölkerung ist die Verteilung etwas anders: Hier üben 58 Prozent Frauen und nur 42 Prozent Männer eine geringfügige Beschäftigung aus.[54]

Für den größten Teil der betroffenen ausländischen Bevölkerung stellt eine geringfügige Beschäftigung – neben den Transferleistungen des Staates – die einzige Einkommensquelle und damit die einzige Möglichkeit zur Integration in den Arbeitsmarkt dar.[55]

 

5.4 Leiharbeit

 

Leiharbeit ist eine häufig diskutierte Form von prekärer Arbeit, da sie sowohl eine geringe Entlohnung als auch schlechte Arbeitsbedingungen mit sich bringt.[56] Das Leiharbeitsverhältnis bringt jedoch auch einen Vorteil mit sich: Das aufgebaute

Dreiecksverhältnis zwischen dem Verleiher, Entleiher und Leiharbeitnehmer bietet vor allem dem Entleiher ein besonders hohes Maß an Flexibilität – der Grund warum Leiharbeit für die entleihenden Unternehmen so attraktiv ist.[57] Für die Leiharbeiter hingegen birgt diese Konstellation enorme Risiken, da oft „eine Unsicherheit von Rechtspositionen und eine schwächere soziale Einbindung in das betriebliche Gefüge“[58]vorhanden ist und die Arbeiter leicht kündbar beziehungsweise im Krankheitsfall ersetzbar sind.

Klar ist, „dass Ausländer in der Leiharbeitsbranche überproportional präsent sind“[59]: Auf einen Bevölkerungsanteil von knapp neun Prozent kommt eine Quote von 13,5 Prozent ausländischer Leiharbeitnehmer.

 

5.5 Niedriglohnbeschäftigung

 

Laut Bosch und Weinkopf verdienen mittlerweile circa 6,5 Millionen Menschen weniger als zwei Drittel des Medianlohns[60]; 2006 konnte man dies bereits bei jeden siebten Vollzeitbeschäftigten beobachten. Rund drei Viertel aller Niedriglohnbeschäftigten verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss.[61] Dass es dennoch einen Anstieg der Beschäftigten im Niedriglohnsektor gibt, unterstreicht die Verstetigung der prekären Lagen.[62]

Der monatliche Medianlohn liegt bei 2.492 €, weshalb sich die Niedriglohnschwelle bei 1.661 € befindet, 27 Prozent der Ausländer erhalten ein Einkommen unterhalb der Niedriglohnschwelle, während es nur 17 Prozent der Deutschen sind.[63] Jedoch ist auch zu berücksichtigen, dass „die sinkenden Reallöhne (...) das Absinken der Niedriglohnschwelle und damit ein generell niedrigeres ökonomisches Niveau auch dann [bewirkt], wenn die Niedriglohnschwelle formal überschritten wird“.[64]

Schaut man sich die Einkommenshöhen der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund an, so kann man feststellen, dass 44,8 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund ein Einkommen bis 1.100 € haben, während es bei denen ohne Migrationshintergrund „nur“ 36,7 Prozent sind – der ausländische Anteil ist hier also überdurchschnittlich hoch vertreten.[65]

 

6 Fazit: Von marginalisierter zu disqualifizierender Armut und Prekarität

 

Die Darstellungen, welche ich in den letzten Kapiteln aufgezeigt habe, bestätigen, dass eine Benachteiligung von Migranten in verschiedenen Sektoren des Arbeitsmarktes vorhanden ist. Auch wenn ich in vorliegender Arbeit viele Aspekte und Daten nur tendenziell ansprechen konnte, so kann man sagen, dass deutliche Unterschiede zwischen Migranten und Nicht- Migranten bestehen: Beispielsweise kann man den hohen Anteil der geringfügig Beschäftigten oder auch die hohe Selbstständigenquote nennen. Doch was soll man diesen Daten nun entnehmen?

Um den Zusammenhang von Migration und Prekarität präziser zu erläutern, sollte man sich mit den geschichtlichen Zusammenhängen auseinandersetzen, da der deutsche Fall von außen betrachtet schnell als „paradox“[66] erscheint, obwohl vieles auf eine Intensivierung und Ausbreitung von Prekarität hinweist, wird diese Problematik in der sozialwissenschaftlichen wie auch in der politischen Debatte immer noch als sehr harmlos bewertet, was dazu führt, dass wir in einer Gesellschaft leben, die stets versucht Probleme rund um Armut und Prekarität zu marginalisieren beziehungsweise an den Rand der Gesellschaft zu drängen. Marginale Armut und Prekarität entstand seit je her außerhalb der tariflich und gesetzlich geschützten Lohnarbeit, es betraf zunächst nur eine Minderheit von „sozial Verachteten“[67], den fünf Prozent am untersten Rand der Gesellschaft. Meist wurde dieser Gruppe sogar Unfähigkeit zur eigenständigen Existenzsicherung vorgeworfen, weshalb sie auf jene Fürsorgeleistungen der Gesellschaft angewiesen waren[68] und als Hilfsbedürftige oder gar „Schmuddelkinder“ „abgestempelt“ wurden.[69]

Doch auch in der Nachkriegszeit entwickelte sich aufgrund der „gemischten Wirtschaft“[70] neben einem klein- und mittelbetrieblichen Sektor, einem öffentlichen Sektor, einem Non-Profit- und einem Hauswirtschaftssektor bereits ein illegaler beziehungsweise informeller Sektor, welcher sich durch Schattenarbeit und illegale Tätigkeiten auszeichnete.[71] Die Migranten hatten auch hier eine prekäre soziale Stellung, welche auf ihrem transitorischen Status zurückzuführen ist.[72]

In der heutigen Zeit kann man allerdings nicht mehr von marginalisierter Armut und Prekarität sprechen, da die relative Armut bereits zu Beginn des vorletzten Jahrzehnts wieder das westdeutsche Niveau der 1960er Jahre erreicht hat.[73] Auch die Schichten, die zuvor noch integriert waren, wurden von der rasanten Veränderung erfasst und die gesamte organisierte Moderne sowie die „organisierte Zeit“ von Arbeit ist an seine Grenzen gestoßen. Zwar befindet sich in Deutschland noch die Beschäftigten im formalen Sektor und demnach in geschützten Beschäftigungsverhältnissen, aber dennoch wird aufgrund konservativer Zeitdiagnostiker von einer „neuen Klassengesellschaft“[74] gesprochen. In diesem Zusammenhang kann man auch den Übergang von marginaler zu diskriminierender Armut und Prekarität begründen, in der die Erwerbstätigen „hinsichtlich ihrer Einkommens-, Wohnungs- und Gesundheitssituation mit immer prekärer werdenden Situationen zu kämpfen“[75] haben.

Angesichts dieser Entwicklungstendenzen kann man schließen, dass diese soziale Frage kein Problem der „sozialen Randschichten“ ist, sondern diese prekären Situationen lassen sich an mindestens drei Kristallisationspunkten festmachen: „Am unteren Ende der sozialen Hierarchie befinden sich jene, die zu den ‚Überzähligen‘ der Arbeitsgesellschaft zählen“[76]. Zu dieser Gruppe zählt die Mehrzahl der circa 7,4 Millionen Menschen[77], welche Leistungen der Grundsicherung empfangen; diese Gruppe strebt außerdem nach Integration in reguläre Beschäftigung.[78]

Die eigentlichen „Prekarier“ lassen sich von den „Überzähligen“ dadurch trennen, dass sie „zahlenmäßig und trotz konjuktureller Belebung expandierende Gruppen [sind], die über längere Zeiträume hinweg auf die Ausübung unsicherer, niedrig entlohnter und gesellschaftlich gering angesehener Arbeiten angewiesen sind“[79].

Ein weiterer Kristallisationspunkt von Prekarität besteht innerhalb der formal geschützten Beschäftigungsverhältnisse: Hier herrscht die Angst vor Statusverlust – solche Ängste sind angesichts der sinkenden Einkommensvorsprünge und wachsender Arbeitsmarktrisiken selbst in dem abgegrenzten „Kern der gesellschaftlichen Mitte“ kaum verwunderlich.[80]

All diese Aspekte beweisen, dass die Wiederkehr von sozialer Unsicherheit die Gesellschaft erschüttert und diese Erschütterungen weit über die – bereits angesprochenen – sozialen Randschichten hinausgehen. Und genau in diesem Kontext stellt sich auch die Frage, wo Gruppen mit Migrationshintergrund einzuordnen sind. Auf Basis der vorangegangenen Daten lassen sich dazu zwar keine gefestigten Aussagen machen, dennoch kann man sicher sagen, dass Migranten wahrscheinlich von allen angesprochenen Kristallisationspunkten von Prekarität überproportional betroffen sind.

Abschließend komme ich zu dem Ergebnis, dass – noch bevor politische Maßnahmen getroffen werden sollten – vor allem die öffentliche Debatte in einem aufklärerischen und offenen Maße unter Berücksichtigung aller Facetten geführt werden muss. Dazu ist es allerdings notwendig sich vorerst einzugestehen, dass die Lebensqualität aller – also auch die der Nicht-Migranten – abhängig von dem Gelingen der Einbindung der Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund ist, da diese längst nicht mehr als „Randgruppe“ bezeichnet werden können, da Prekarität und Armut in Deutschland mittlerweile eine viel größere Anzahl von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität – und somit auch die Deutschen – betrifft.

Der angesprochene Übergang zu diskriminierender Armut und Prekarität verlangt also nach realistischen Deutungen, denn ohne einen gewissen Grad an Verständnis für dieses Problem wird die Integrationspolitik – trotz aller Mühen – immer ein (unbehandeltes und verdrängtes) gesellschaftliches Gesamtproblem bleiben.

 

7 Literaturverzeichnis

 

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Simmel, Georg, 1992: „Der Arme“. In: Simmel, Georg: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung. Gesamtausgabe Bd. 11. Frankfurt: Suhrkamp Verlag. S 512 – 555. 


Statistisches Bundesamt, 2008: Fachserie 1. Reihe 2.2. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2006. Wiesbaden. S 32, 36, 40, 44, 48, 252 ff.. 


Tolciu, Andres und Ann-Julia Schaland, 2008: Selbstständige Migranten in Deutschland. In: Wirtschaftsdienst. Zeitschrift für Wirtschaftspolitik. 88. Jg, Heft 8. S 536 – 542.

Vogel, Berthold, 2008: Prekarität und Prekariat – Signalwörter neuer sozialer Ungleichheit. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitschrift Das Parlament. Ausgabe 33 – 34/ 2008. S 12 – 18.



[1] Dörre et al. 2009: 2.

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] Ebd.

[7] Dörre et al. 2009: 2-3.

[8] Dörre et al. 2009: 3.

[9] Bommes 2004: 399 – 428 zitiert nach Dörre et al. 2009: 3.

[10] Dörre et al. 2009: 3.

[11] Kalter 2006: 144 – 160 zitiert nach Dörre et al. 2009: 3.

[12] Dörre et al. 2009: 4.

[13] Ebd.

[14] Ebd.

[15] Mohr 2005: 383 – 398, Castles/ Davidson 2000 und Scherschel 2009 zitiert nach Dörre et al. 2009: 4f..

[16] Dörre et al. 2009: 5.

[17] Ebd.

[18] Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2007: 211 zitiert nach Dörre et al. 2009: 11.

[19] Ebd.

[20] Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2007: 209 zitiert nach Dörre et al. 2009: 11 f..

[21] Statistisches Bundesamt 2008: 32 und 36 zitiert nach Dörre et al. 2009: 12f..

[22] Ebd.

[23] Ebd.

[24] Statistisches Bundesamt 2008: 40 zitiert nach Dörre et al. 2009: 13.

[25] Ebd.

[26] Ebd.

[27] Diefenbach 2004.

[28] Diefenbach 2004: 226.

[29] Statistisches Bundesamt 2008: 40 zitiert nach Dörre et al. 2009: 13.

[30] Statistisches Bundesamt 2008: 40 zitiert nach Dörre et al. 2009: 15.

[31] Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2007: 228 zitiert nach Dörre et al. 2009: 16.

[32] Statistisches Bundesamt 2008: 44.

[33] Ebd.

[34] Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2007: 86.

[35] Statistisches Bundesamt 2008: 44 zitiert nach Dörre et al. 2009: 21.

[36] Beauftragte der Bundesregierung für Flüchtlinge, Migration und Integration 2007: 247.

[37] Statistisches Bundesamt 2008: 48.

[38] Ebd.

[39] Dörre et al. 2009: 28.

[40] Statistisches Bundesamt 2008: 252 ff..

[41] Ebd.: 252ff.

[42] Dörre et al. 2009: 29.

[43] Tolciu/ Schaland 2008: 536.

[44] Bundesagentur für Arbeit 2007a: 8f.

[45] Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2007: 88.

[46] Dörre et al. 2009: 30.

[47] Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2007: 231.

[48] Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2007: 231 zitiert nach Dörre et al. 2009: 30.

[49] Dörre et al. 2009: 30 und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2007: 90.

[50] Tolciu/Schaland 2008: 538 f..

[51] Dörre et al. 2009: 32.

[52] Bundesagentur für Arbeit 2007b: 4f.

[53] Dörre et al. 2009: 33f.

[54] Dörre et al. 2009: 33.

[55] Ebd.: 34.

[56] Ebd.: 35.

[57] Ebd.

[58] Ebd.

[59] Ebd.: 37.

[60] Bosch/Weinkopf 2007.

[61] Kalina et al. 2008: 20 – 24.

[62] Bosch/ Kalina 2007: 42ff.

[63] Dörre et al. 2009: 40 und Bosch/ Kalina 2007: 33

[64] Dörre et al. 2009: 41.

[65] Kalina et al. 2008: 23.

[66] Paugam 2008: 282.

[67] Dahrendorf 1967: 88.

[68] Simmel 1992: 512 – 555.

[69] F.J. Degenhardt’s Song: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, 1965.

[70] Dörre et al. 2009: 45.

[71] Gubitzer 2006: 17 – 29.

[72] Dörre et al. 2009: 46.

[73] Geißler 2006: 226.

[74] Nolte 2006: 96.

[75] Paugam 2008: 280.

[76] Marx 1973: 657 ff zitiert nach Dörre et al. 2009: 47.

[77] Stand April 2007.

[78] Dörre et al. 2009: 47.

[79] Dörre et al. 2009: 47 zitiert nach Vogel 2008: 12 – 18.

[80] Müller/ Werding 2007: 157.

 

 

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